3-D Scan – wenn auch nur ein kleiner Trost

3-D Scan – wenn auch nur ein kleiner Trost

Wir alle haben es mit großem Entsetzen gesehen, wie tausend Jahre alte Kulturdenkmale im syrischen Palmyra unwiderruflich gesprengt wurden. Und es wird zur traurigen Gewissheit, dass immer mehr Kulturbauten und Denkmale ebenso dem zerstörerischen Krieg in der Ukraine zum Opfer fallen.

Auch wenn sie unwiderrufliche Unikate einer Kulturzeit sind, so können sie zumindest wieder neuerschaffen werden. Dies ist zwar nur ein ganzkleiner Trost, aber es hilft, dass die nationale Identität nicht gänzlich verloren geht.

Und eines ist dabei sehr positiv, jeder kann mitmachen, Vorsicht ist jedoch in Kriegsgebieten immer geboten. Schon mit einer speziellen Handy App (Polycam) können Kulturgüter als 3-D Scan abgetastet werden. Viele Bürger können somit beitragen ihre geschichtlichen Zeugnisse zu konservieren. So hilft es, diese historischen Kulturgüter für eine spätere Rekonstruktion zu speichern. Wird dieses dann noch professionell gemacht, dann lässt sich durch tausende Messpunkte später ein nahezu naturgetreues Abbild erstellen.

Es ist ein breit einsatzbares Verfahren, um diesem wütenden Genozid der Vernichtung nationalen Kulturerbes zu entgegnen. Es beugt der endgültigen Zerstörung der Geschichte des Landes vor. Es ist gut zu wissen, dass jeder 3-D Scan somit einen unschätzbaren Wert darstellt, zudem sehr viele beitragen können.

#UKRAINE |DEM SPIRALSOG DES UNGLÜCKS ENTKOMMEN

Wer wie ich, zwischen zwei konkurrierenden Systemvorstellungen aufgewachsen ist, die Panzer auf der einen wie auf der anderen Seite miterlebt hat, und dabei beide Systeme gesehen hat wie sie um ihre jeweilige Hoheit der Wahrheit geworben haben, versteht und erspürt was sich gerade an Abgrund auftut. 

Dass unsere Weltordnung ihre eigenen Regeln hat, wissen wir. Auch wenn sie nicht selten ungerecht, schäbig und verlogen ist, so müssen wir dieses oft hinnehmen. Seine Regeln richten sich am Spiel des Kräfteverhältnis aus. 

Doch manchmal geht es bei „Konflikten“ auch mächtig schief und es kommt anders. Dann kostet es zehntausenden von oft jungen Männern und Frauen wie auch unzähligen Zivilisten das Leben, die dann im Nachhinein oft als Helden gefeiert werden, und ihre Angehörige um sie bitterlich trauern. 

Doch dieses Ergebnis lässt sich dann nicht mehr umkehren, denn es ist unser höchstes Gut, #DASLEBEN, was wir einsetzen können. Es ist durch nichts ersetzbar, weder durch territorialen Gewinn noch durch eine scheinbare Ehre oder noch durch die Genugtuung eines Sieges. 
Ist diese unsägliche Spirale erst einmal in Gang gesetzt, braucht es Zeit bis sie sich durch sich selbst wieder beginnt aufzulösen. Wer zur falschen Zeit am falschen Ort ist, dem wird dieses Unglück ereilen, doch es sind eben gerade nicht diejenigen, die sie ausgelöst haben. Später werden alle die Last der Verantwortung Jahrzehnte weitertragen, manchmal gehört auch eine ganze nächste Generation dazu. 

Schnell ist es gesagt, Diplomatie, der Dialog ist das Einzige was hilft, wohl wahr und wie schön wäre es, – doch es kann eben auch schnell schief gehen. Dann straft die Wirklichkeit manchmal schneller als erwarte diejenigen schon auf dem Fuße dieses frommen Wunsches, ab. 

Möge uns allen die Angst und die Scham nicht davor abhalten, mit Verstand, Würde und Anstand darum zu kämpfen, diesem Spiralsog zu entkommen. Dies darf kein frommer Wunsch bleiben.

Warum es etwas ganz Besonderes war, dabei gewesen zu sein. September 09/27/2021

Das verhaltene Lächeln der Mona Lisa im Musée du Louvre, von Leonardo da Vinci bewundern jährlich tausende von Besuchern und das Jahr für Jahr.

Ganz anders ist es bei Christo und Jeanne-Claude. Ihre Verhüllungen sind nur von kurzer Dauer. Gleichwohl besitzen sie eine gewaltige kraftvolle Ausstrahlung in einem lebendigen, offenen Kunstraum und bleiben nachhaltig in Erinnerung.

Die Stimmung um den #Arc de Triomphe de l`Étoile war nicht nur bei mir, sondern bei den vielen Besuchern einzigartig und voller Freude.

Etwas zu verhüllen, zu verschleiern, zu tarnen, zu bedecken, obwohl wir, die Präsenz des Gegenstandes darunter erahnen erweitert unsere Wahrnehmung und regt an sich mit dem Kunstgegenstand in dieser gewaltigen Dimension auseinanderzusetzen. Wenngleich zeitlich limitiert, so ist es doch großartig.

Es ist wohl das letzte Kunstwerk, postum der beiden verstorbenen Künstler. Christo, der aus Bulgarien stammte, kam 1956 über Prag nach Paris und lernte dort Jeanne-Claude kennen. Beide übersiedelten später in die USA.

Sie haben neben ihrer „Landscape-Art“ – der „Nicht Orte“, später die „Orte des Alltags“, mit besonderen Bauten gesucht und bei vielen Betrachtern eine neue Sensibilität ausgelöst. Sie haben diese Orte ganz anders, wahrnehmbar gemacht.

Einmal zu Fuß diesen sonst von tosendem, hupendem Verkehr umfahrenen Arc de Triomphe de l`Étoile mit geschärften Sinnen, frei ohne Autoverkehr zu umrunden, ist etwas ganz Einmaliges und wird nie wiederholbar sein. Es war eine Bereicherung, die sich gelohnt hat, dabei gewesen zu sein.

Ja, dieses öffentliche Kunstwerk im Raum ist vergänglich und gehört niemanden, aber es wird bei mir mit großer Freude in meiner Erinnerung haften bleiben.

GEFANGEN IM UNHEIMLICHEN KREISLAUF UNSERER ANTIPODEN

Ein mutierender Virus sorgt für weltweite Reaktionen, militärische Drohgebärden, die schwer zu deuten sind, galoppierende Inflationstendenzen, eine nicht abnehmende Tendenz von Migrationsbewegungen, Climate Change Ängste und vielerorts dagegen eine schiere Gelassenheit in unserer Gesellschaft bis hin zur Ignoranz, begleitet durch eine breite Gefolgschaft von zum Teil vehementen Impfgegnern. 

Es ist eine Zeit in den Extrema wieder Konjunktur haben! 
GUT und BÖSE als Antipode. Sie beeinflussen unser Leben, sie sind die Spannweite, der Rahmen, indem wir uns bewegen. Sie fordern uns permanent zu Entscheidungen auf. 

Wir können versuchen durch unser Tun diesen historischen Kreislauf von Gut und Böse zu überwinden. Eines ist jedoch gewiss, sowohl das eine wie das andere ist nicht von Dauer. Und wenn auch das Böse schier nicht enden will, so wird es doch letztlich vom Guten besiegt. Wobei das Wesen dieser beiden Antipoden rational kaum zu ergründen ist, – es stellt scheinbar ein Geheimnis dar. 

Gewiss ist jedoch, das Gute wurde nie gänzlich besiegt; diese Koexistenz bestimmt unsere Wahrnehmung, – seit Bestehen unserer Menschheit. Doch wir selbst haben es in der Hand zu entscheiden was Gut und was Böse ist. Diesen immerfort währenden Kampf müssen wir uns immer wieder stellen und sollten hoffen den Kreislauf einmal zu durchbrechen. 

Auch wenn wir uns schnell über die Existenz dieser Antipoden einig sind, so gilt es doch zu erkennen, dass wir nicht immer Gleiches darunter verstehen. Also auf welche Ideologie oder Moral, sich Gut und Böse bezieht. Doch ich glaube es gibt ein davon losgelöstes Begreifen. In unserem Inneren erahnen wir, was uns Allen innewohnt und vereint. Es überwindet weltanschauliches Denken. 

Das Böse lässt sich auch nur mit dem Guten bekämpfen. Selbst das Böse bringt an seiner Wurzel wieder Gutes hervor, denn das Gute erlischt nie und nirgendwo. Demnach ist das Böse, unabhängig davon wie lange es andauern mag, immer endlich. Wächst das Böse, so sät es gleichzeitig den Nährboden für Gutes und so wächst wieder Gutes heran. So stößt das Böse in seinem Wesen stets an seine Grenze. 

Jede Pandemie, sei sie noch so mutationsfähig, endet wieder, jeder Konflikt findet sein Ende und jede Ignoranz schwindet und wird bedeutungslos. 

Gerade unsere Freiheit, wenn wir mit ihr Gutes ermöglichen, verlangt von uns viel an Selbstverantwortung. Es obliegt uns einen eignen Weg zu gehen. Dabei gilt es für jeden von uns, Solidarität, Achtsamkeit, Mitgefühl und Verantwortung zu erspüren und daraus seine Handlungen abzuleiten.

Ja, wir könnten eine „klimagerechte digitale Transformation“ aufbauen, die der Welt gut tun würde.

Nur der ganzheitliche Blick eröffnet uns die Chance mit den, im wahrsten Sinne des Wortes vor der Tür stehendenden Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich umzugehen. 

Wie schwierig dies jedoch ist, haben wir gerade in Rom auf dem G 20 Gipfel sehen können und vielleicht wird es sich in Glasgow fortsetzen. Das dort ausgehandelte Kommittent liegt weit über eine Erderwärmung von 2,0 Grad. 

Das darf uns nicht zufrieden stellen!

Unsere Erde, auf der wir leben ist unser gemeinsames Haus. Sie wurde uns in die Wiege gelegt und ist eher ein Geschenk, als etwas was wir erworben haben. Mehr eine Leihgabe, die nicht dazu gedacht ist sie auszuplündern. Alles was auf diesem Globus lebt hat sein Daseinsrecht. Wir sind eben nicht die Eigentümer. 

Dies sei ausdrücklich angemerkt.

DER WERTEKANON HAT SICH GEDREHT

Wenn ich mir die vielen scharfen Kommentare, nicht nur bei LinkedIn auch in anderen sozialen Medien zu brisanten sozial-politischen Fragen über Gerechtigkeit, Mitgefühl gegenüber Schwächeren, aber auch über einen möglichen Polexit und Huxit, den anhaltenden Flüchtlingsbewegungen, sei es über die Türkei oder Belarus bis hin zu einer veränderten Alltagskultur in den Städten ansehe, so ist allgemein die Geduld für Kompromisse, für einen Ausgleich zu werben, bei Vielen fast auf einen Nullpunkt gesunken. 

Ja, geradezu ein Maß an Aggression ist zu spüren, gepaart mit der Frustration über eine „inkompetente Politik“, dem totalen Versagen bei der Digitalisierung im Land und dem Vorwurf ständig beim Durchsetzen eigener nationaler Interessen zurückzustecken. 

Eine wahrlich brodelnde Mischung aus Frustration mit abnehmender Toleranz auf vielen Ebenen. Wobei nicht oft die anderen (Nationen) als viel cleverer und zielorientierter gelten. Also nicht wie man meint auf „Gefühlsduseleien oder Solidaritätsträumereien“ Rücksicht nehmen. 

Es wird deutlich, Stolz und Identität haben gelitten. Hinzukommt die Angst seinen Wohlstand zu verlieren. Reden wir dann noch über Klimawandel, vernetzte komplexe globale Abhängigkeiten und neue gemeinwohlökonomische Strategien, dann hat ein wachsender Teil der Gesellschaft dafür kein Gehör mehr. 

Unsere anstehende Jahrhundertaufgabe des Umbaus der Wirtschaft wird wenig wahrgenommen, denn ihre aktuellen individuellen Probleme und Themen sind für viele derart brisant, dass hierfür keine Zeit, Engagement und Verständnis aufgebracht wird. Dass diese großen Herausforderungen an vielen anderen Orten ähnlich zutreffen, wird kaum reflektiert.

Da liegt so manches im Argen. Wir brauchen wieder mehr Selbstvertrauen auf das, was wir leisten könnten. 

Die Politik braucht weit mehr qualifizierte, erfahrene Köpfe und nicht nur geniale Moderatoren: innen. Unsere Verwaltung muss wieder seine Aufgaben erfüllen und nicht bei vielen Herausforderungen sich selbst paralysieren. Sie muss vor allem dafür einen neuen angemessenen fiskalisch wie verbesserten gesetzlichen Rahmen erhalten, um die gestellten ungeheuren Herausforderungen zeitnah, effektiv und qualifiziert umsetzen zu können. 

Wir brauchen wieder mehr Mut es anzupacken und dieses sofort. Sonst endet es unschön.

Was uns #Evergrande lehren mag.

In der Tat 300 Mrd. US-Dollar sind kein Pappenstiel. Aber darum geht es gar nicht. 

Die absurden Wachstumsraten auf dem Immobilienmarkt in China sind bereits seit Jahren ein Thema und Befürchtung, dass diese sich aufgeblähte Immobilienblase bald platzen würde ist nicht neu. Und dabei geht es letztlich wahrscheinlich um den größten Teil aller chinesischen Entwickler und Bauunternehmen, wie wir es bereits an einem breiten Verfall dieser Aktien ablesen können. 

Ein Volumen um zwei Billionen US-Dollar könnte im Feuer stehen. Dabei handelt es sich um Wohnungen, die nicht selten nie vermietet wurden. Es war lukrativer sie leer stehen zu lassen, als sie später wieder sanieren zu müssen. Zum Glück wächst im Gegensatz zu Deutschland die chinesische Bevölkerung und wenn man wollte, könnte sie noch mehr wachsen. Also einen Wohnraummangel wie in Deutschland wird es dadurch nicht geben. 

Die Entwickler sind bei diesen Größenordnungen aber nicht nur Produzenten von Wohnungen. Sie besitzen Beteiligungen in der Autoindustrie, der Medienwelt und vielen weiteren Dienstleistungen. So haben sie auch in Deutschland Beteiligungen. 

Das eine, sind private chinesische Anleger, von den ca. 2/3 übrigens ihr Vermögen in Immobilien anlegt haben und nun um ihre Einlagen bangen. Und zum anderen sind es Verbriefungen im Finanzsektor und besitzen damit eine weltweite Relevanz. Mittlerweile erkennen wir immer deutlicher wie eng unsere Abhängigkeiten in einer global vernetzten Waren- und Finanzwirtschaft sind. Und was es bedeutet, wenn Entscheidungen zum Selbstschutz lokaler Interessen getroffen werden. 

Also es ist angezeigt wachsam zu bleiben und die Entwicklung zu beobachten. Vor allem aber kritisch diejenigen zu hinterfragen, die gar keine Probleme erkennen mögen. 

Für mich stellt sich eine weitere, ganz andere Frage. Wenn der Wohnungsbau derart rasant gewachsen ist, bedeutet es oft eine Einheitsarchitektur, ohne kulturellen Anspruch. Eher auf eine Renditemaximierung reduziert. Denken wir an unsere Trabantenstädte der 70-iger Jahre. Dann sind damit nicht selten sozialpolitische Auswirkungen verbunden, die lange anhalten und ganze Städte prägen.

Es bedarf einer weitsichtigen Steuerung dieses Prozesses, um ihn wieder in geregelte Bahnen zu führen. Eine Herkulesherausforderung für diejenigen, die Verantwortung zu tragen haben. Man kann ihnen nur wünschen, einen geräuschlosen, effizienten und weitgehend schadensfreien, #fairen Weg für #alle Beteiligten zu finden.

Kann nur ein Bündnis mit sich selbst BERLIN retten?

Berlin gilt als eine weltoffene Stadt. Jeder ist willkommen, fast jeder. Aber wohin geht es, wenn wir von draußen in eine Stadtgesellschaft kommen, die sich als eine Gemeinschaft, trotz ihrer Unterschiede sieht. Wie heißt doch der neue Slogan „Wir sind ein Berlin“. Und um es zu verdeutlichen, heißt es im Slogan weiter: „Du | Familie in Heilbronn. Ich | Familie in Damaskus. Wir beide | Familie gegründet in Berlin – #WIRSINDEINBELRIN“. 

 Also eine Gesellschaft, die wenn es darauf ankommt, zusammenhält? So wie in den Tagen vom Juni 1948 bis zum Mai 1949 während der Blockade? Eine Gesellschaft, die ihre Wünsche und Ziele beherzt in die Hand nimmt. Allseits Respekt und Anerkennung besitzt, vielleicht sogar beneidet wird? 

 Um dazuzugehören, braucht es nicht einmal den berlinischen Dialekt zu sprechen; wie anderes ist es dagegen in München. Dort sollte die Sprache schon eine unverbindliche Färbung bekommen.

 Also was ist das Besondere Berlin, an unserer Hauptstadt? Stadt? Wie Ernst Reuter am 9. September 1948 der Völkergemeinschaft zurief: “Ihr Völker der Welt …. schaut auf diese geschundene Stadt.“ Was ist aus dieser einstigen Schicksalsgemeinschaft geworden?

 Heute wo Clans, wie wohl an keinem anderen Ort in Deutschland, ihr festes Zuhause gefunden haben. Manchmal diese liberale Gesellschaft in der Stadt verhöhnen und ihre staatliche Ohnmacht selbst kaum noch verstehen. Dort, wo im Kietz von Neukölln, eine Subkultur zu einer dominierenden örtlichen Kultur aufgestiegen ist. Eine Kultur des ungeregelten Miteinander, die auf der Straße einem deutlich zeigt, wer aus ihrer Sicht der „Looser“ ist, wenn es darum geht auf der Busspur an einem vorbeizufahren, oder Geschwindigkeits- und Parkregeln einfach neu interpretiert.

 Oder wenn wir Bilder eines unwirklichen Polizeieinsatzes mit tauenden Polizisten in Rigaer Straße in den Nachrichten verfolgen müssen.

 Ja, wohl wahr, natürlich gibt es in den heutigen internationalen Metropolen weder in London noch in Paris schon lange nicht mehr eine einheitliche Identität einer City Community. Und sowohl in Paris sind „Gelbwesten“ auf die Straße gegangen als auch in London wurden exakt vor 10 Jahren ganze Häuser angesteckt. 

 Metropolen zeichnen sich heute eher durch einen hohen Grad an „Diversity“ aus. Je höher dieser Grad an Vielfalt ist, desto attraktiver mögen sie sein. Aber haben sie eine Zukunft? Wie lange können wir diese Ausdifferenzierung vorantreiben? Wer kann sich dann noch womit identifizieren? Wer kann noch auf was stolz sein? Was sind die verbindenden Merkmale in einer Stadt?

 Also müssten wir uns als Berliner nicht für das BER-Desaster schämen, zumindest damit verantwortlich fühlen? Für eine Verwaltung, die heillos überfordert ist. Für eine Stadt, die seit über 70-ig Jahren von einem Länderausgleich lebt und nach einem kurzzeitigen Sparprogramm heute wieder € 61,7 Mrd. Schulden vor sich herschiebt und andere Bundesländer zur Kasse bittet. Gleichzeitig aber ca. 14.500 Wohnungen in der Zeit höchster Immobilienpreise für € 2,47 Mrd. erwirbt.

 Oder für alle vernehmbar darüber sinniert Wohnungsbaugesellschaften zu enteignen und scheinbar nichts daraus gelernt hat, wenn ein fragwürdiger Mietendeckel proklamiert wurde, wo später der Bürgermeister sagen wird, es war doch klar, dass es juristisch nicht durchgehen würde. Oder, wo eine neue Bürgermeisterkandidatin dem Wähler erklärt, nicht mit der Linkspartei eine Koalition zu bilden und dann von den Realitäten der Machtverhältnisse einholt wird, wobei Sie dann nicht die Kraft hat, nein zu sagen. 

 Ist dieses eine Stadt, mit der man sich heute noch identifizieren mag? Es ist schwer. Aber vermutlich gehören genau diese Realitäten zum gesellschaftlichen Zusammenleben.

Wie wird sich die Wirtschaft dazu verhalten? Wird sie sich engagieren und eine starke Stimme sein. Mögen wir sie in Berlin nicht einmal mehr anhören? Solange die Zuzahlungen aus dem Länderausgleich kommen, besteht wohl kein Aufforderungscharakter? 

 Über die Effizienz der Verwaltung braucht man nicht einmal mehr zu streiten. Wie desaströse sie ist, sieht man an den unglaublichen jährlichen Krankheitstagen! Ein Drittel der Verwaltung ist fast permanent außer Kraft gesetzt. Wahrlich für den Innensenator bei den heutigen Rahmenbedingungen eine unlösbare Herausforderung.

 Womit sollte man sich identifizieren? Also brauchen wir nicht sofort einen „Culture Change“. Müssen wir nicht die Dinge in die eigene Hand nehmen? Eine Fremdbestimmung abbauen, um wieder dahinzukommen, dass man nicht nur sagen mag, Berlin ist nicht nur eine lebenswerte, sondern auch liebenswerte Stadt, in der man sich als Berliner voller Stolz fühlen darf. Okay, auch heute dürfen Berliner stolz sein, – auf so vieles, aber sie könnten noch stolzer sein.

 Doch die Frage bleibt offen, warum schafft es diese Stadt nicht klare Strukturen zu vermitteln? Zuständigkeiten zu regeln und nicht immer wieder negativ in die Schlagzeilen zu kommen. Die Presse fällt ein vernichtendes Urteil und das Image hat in den letzten Jahren gewaltig gelitten. Die hierbei verwendeten Begriffe sind wenig schmeichelhaft. Berlin ist längst nicht arm, aber sexy. Berlin ist arm – und chaotisch.

 Sind die von außen an die Stadt gestellten Erwartungen zu groß? Eigentlich hat es nie die Zeit gegeben sich aus sich selbst zu entwickeln.

Okkupation während der Zeit des Nationalsozialismus durch einen „Führer aus Wien“ mit seinen Parteigenossen, die sich Berlin ausgesucht hatten, später jahrzehntelang vier Stadtkommandanten, die die Geschickte der Stadt mitbestimmten, haben und der tragische Schnittpunkt zwischen zwei Gesellschaftssystemen. 

 Dann nach der Wende unzählige weltweit auf Berlin einströmende Investoren, wie auch einer Bundesregierung, die sich bis heute nicht mit der Stadt anfreunden konnte. 

 Einen radikalen Austausch von weit mehr als 50-ig Prozent der Bewohner nach der Wende, vorwiegend aus den alten Bundesländern. Einem fast 20-prozentigen Anteil nicht deutscher Staatsbürger und gleichzeitig einem schwierigen zeitraubenden Zusammenwachsen von Bürgern aus dem Ostteil und dem Westteil der Stadt, welches sich bis heute noch in den politischen Verhältnissen widersiegelt.

 Wie anders dagegen zum Beispiel in Hamburg, die oft über eine auf drei Generationen hinweg reichende lange Tradition zurückblicken können, in der die Familiengeschichte vielleicht sogar noch in der dritten Generation dort weiterlebt. Da ist es kein Wunder, dass es eine ganz andere Identifikation mit der Stadt gibt und damit weitgehend ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl. 

 Aber reicht dieses als Erklärung aus, wohl nicht. Dennoch spielt die Kultur einer Stadt eine große Rolle. Berlin hat dafür alle Vorlagen.

Es wird höchste Zeit für alle an einem Strang zu ziehen. 

 Für die Politik, die Wirtschaft und vor allem die Bewohner, egal in welchem Stadtteil sie zu Hause sind. Egal ob Ost oder West. Dann könnte es wieder klappen mit unserer geliebten Stadt und einer sauberen Luft, zumindest symbolisch.

Climate Change and Cities

Ich gehöre zu der Generation, die einen nicht unerheblichen Anteil an der heutigen #Klimakrise mit verursacht haben. Eine #Generation, die wie viele von uns noch vor Corona nicht selten an, schneller, größer und immer mehr luxuriöser glaubten und leider zu oft die damit einhergehende wachsende Klimaproblematik billigend in Kauf genommen haben. Und nun ist es so weit. Wie formulierte es Papst Franziskus bereits vor vielen Jahren in seiner #Enzyklika Laudato si’ 2015 über die Sorge „unseres gemeinsamen Hauses“: Wenn wir die Natur weiter zerstören, dann wird sie uns zerstören. 

Auch wenn bei mir in den letzten Jahren mehr und mehr Unbehagen und das Gefühl von Schuld aufkeimte, kann ich nicht unbedingt sagen, dass meine Konsequenzen mit einem nachhaltigen Verhalten, daraus ausreichend waren. Heute nach zwei Jahren Corona und den jüngsten dramatischen Unwetterkatastrophen setzt jedoch bei mir das Gefühl von zunehmender Sorge und Angst ein. Getragen von einem Gefühl, sofort etwas wirklich Nachhaltiges tun zu wollen. Und es dämmert in mir, dass für uns alle in den reichen Erdteilen des Globus unsere luxuriöse Lebensweise ein jähes Ende findet. 

Ganz zu schweigen in den ärmeren Regionen, wo die dramatischen #Unwetterkatastrophen von #Sturmfluten bis hin zu #Dürre und #Hitze, zunehmenden #Wassermangel und gewaltig anwachsenden #Migrationsströmen, ein ungeahntes Ausmaß an Veränderungen verursachen. Die Menschen fliehen in die Nachbarregionen und wenn es dort für sie keine Zukunft mehr gibt, dann weiter nach Europa. 

Die daraus resultierenden Veränderungen haben gerade erste begonnen. Steigen die Wasserpegel durch die Erderwärmung, dann werden hunderte von Millionen Menschen, insbesondere in den asiatischen #Küstenregionen, dort nicht mehr leben können. Diese daraus resultierende weltweite #Wanderungsbewegung können wir uns kaum vorstellen. Was für Konsequenzen müsste dies eigentlich heute bereits für die asiatischen #Küstenstädte, in denen Millionen Menschen leben, bedeuten. 

Auch wenn wir dies heute bereits prognostizieren, so ist es vielleicht möchte man sagen zum Glück, noch nicht mental in der Gesellschaft verankert. Es fehlt die dazu notwendige gesellschaftlich über Generationen hinweg tradierte Erfahrung. In #Erdbebengebieten, die davon betroffen sind ist in diesen Gesellschaften, eine jederzeit einsetzende Erdbebengefahr, dauerhaft im Bewusstsein verankert. Also das reine Wissen darüber allein reicht leider nicht aus.

Im Grunde sind es viele sich überlagernde und verstärkende Prozesse, die diesen Wandel beschleunigen. Letztlich sitzen wir alle in demselben Boot. Die einen mögen dabei einen besseren Platz haben, doch schlussendlich gehen alle gemeinsamen unter. So leben wir vereint, ob wir wollen oder nicht, in einer #Schicksalsgemeinschaft auf dem Globus. Auch wenn heute Milliardäre begonnen haben, -vielleicht sogar Ihre Zukunft-, auf anderen Planeten zu suchen.