Wir haben es seit Corona gespürt.

Die Co2-Werte sind in den Städten gesunken. Einkaufen sicherlich nicht mehr das Bild in der Stadt. Gebäudearchitektur und Plätze haben ihr Erscheinungsbild verändert. Fast wie Architekturmodelle wirkt es surreal. Eine Chance, neue Innenstädte mit unterschiedlichen Inhalten zu schaffen. Mehr Grün, mehr Kultur, mehr Freizeit, mehr Leben, weniger Einkaufen. #einkaufszentren

Crash or Cash THINK AHEAD | BE ALERT – wie schnell wachsen die Chancen

Obwohl täglich über Corona viel berichtet wird, fällt es schwer sich gedanklich von der aktuellen Situation zu befreien und vorauszudenken. Es ist aber sehr wichtig zu abstrahieren und in die nahe Zukunft zu blicken, denn bereits heute sind wichtige Entscheidungen zu treffen oder vorzubereiten. Auf dem Real Estate Sektor herrscht derzeit Verunsicherung, teilweise mit anhaltender Schockstarre. Abwarten scheint bei vielen Marktteilnehmern das Gebot der Stunde zu sein. Aber in der Krise gilt das Gegenteil: Es heißt Zeit nutzen, denn daraus lässt sich Erfolg für die Zukunft schaffen. Wir wollen genau hierauf unseren Fokus mit unserer Veranstaltung in Berlin im vierten Quartal 2020 legen. Zu schauen, wie sich der Immobilien- und Finanzmarkt zum Jahresanfang 2021 entwickeln wird. Dabei einen Überblick über die Märkte in Frankreich, Österreich, Schweiz und Luxemburg geben. Gemeinsam mit Petra #Mennong, Head of Wealth Management, der #Société Générale, wollen wir an unsere vorhergehende Veranstaltung im China Club in Berlin anknüpfen und mit ausgewählten Teilnehmern sprechen. Ein prominenter #Special Guest wird auf unserem „Hot chair“ als Interviewpartner uns seine Einschätzungen darlegen.

YOU WILL NEVER BE ALONE!

Die Entwicklung der letzten Monate weist leider auf einen deutlichen Anstieg zukünftiger Insolvenzen hin. Aktuelle Prognosen lassen die Erinnerung an unsere letzte Krise wieder wach werden. Seit 15 Jahren sind wir für Kreditinstitute im Risikomanagement tätig und arbeiten sehr eng mit internationalen „opportunity orientierten Investoren“ zusammen. Das Interesse an komplexen value add Investments ist mittlerweile stark gewachsen und wir erhalten diverse Anfragen zum Erwerb verschiedener Assetklassen. Auch ein Erwerb von Loans ist dabei möglich. Eine erfolgreiche stille Transaktion braucht eine umfassende Vendors Due Diligence und die zielgenaue Aufbereitung aller Perspektiven. You never walk alone, – von der Analyse zur Lösung. Die fachlich vertrauensvolle Moderation schafft parteiübergreifend den erforderlichen Zeitraum für ein optimales Ergebnis. Vom Konflikt zum Konsens. Wir haben in den vergangen Jahren im Riskmanagement für weit über eine Milliarde Transaktionen durchgeführt. Wenn besonders schwierige Projekte anstehen, würden wir uns über einen Austausch sehr freuen. Unser Ziel ist einzig und allein eine Insolvenzvermeidung. WIR SCHAFFEN WERTE.

Die Immobilienwirtschaft auf unsicherer Reise

Auch drei Wochen nach dem Shutdown ist der Immobilienmarkt wie eingefroren. Das einstige „Betongold“ beweist in diesen Zeiten wie immobil es ist. Die großen offenen Fonds tun sich schwer den rasanten Börsenverfall wegzustecken und zum Teil werden schon erste Auffanggesellschaften gegründet. Wichtig wäre jetzt für viele eine gründliche Potentialanalyse ihres Portfolios durchzuführen und drohende Risikopotentiale aufzuspüren. Denn Mieteinnahmen werden in den nächsten Monaten ganz oder teilweise bei einigen Assetklassen wegfallen.

So wie in der Krise 2008/2009 könnte wieder der Trend zu den alten Plattenbauten bei ausländischen Investoren hoch im Kurs stehen. Damals waren sie die Einzigen die bereit waren sie zu erwerben. Denn wenn steigende Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit droht, dann sollte schon wenigsten die Miete niedrig sein. Auch kleinere Wohnungsgrößen stehen damit wieder im Fokus. 

Fast über Nacht wurden nahezu alle laufenden Vertragsverhandlungen über bevorstehende Immobilientransaktionen abgebrochen oder einfroren. Bereits unter Dach und Fach geglaubte Verkäufe wurden noch in letzter Sekunde abgesagt und Zahlungen gestoppt. Nicht nur der Verkauf der Fluglinie Condor ist davon betroffen. Wer in der Krise nicht kaufen muss, kauft heute vorerst nicht. 

Jetzt kommt es darauf an neue Lösungsansätze für die in Notgeraten zu schaffen. Investoren, Entwickler und Banken begreifen wieder einmal im gleichen Boot zu sitzen. Die hohen Verluste sehr vieler privater Anleger und kleiner Unternehmen tragen nicht gerade für eine positive Stimmung bei. Während die Großen über das Danach debattieren und Ihre Zeit erst noch kommen sehen, kämpfen die Kleinen ums Überleben. 

Die Privatverkäufe sind kurz danach um weit mehr als 12% eingebrochen und sinken weiter. Für die ersten leerstehenden Mietflächen sind jetzt zeitnah alternative Nutzungsideen gefragt. Bald werden wir leider erste Verödungstendenzen in den Innenstädten der Mittelstädte sehen. Dies gilt ganz besonders für die schon vor der Krise angeschlagenen Einkaufszentren. 

Es wird Hand in Hand mit dem Anstieg von Arbeitslosigkeit und weiterer Kurzarbeit einhergehen. In den USA war in nur wenigen Wochen ein Anstieg um 20 Millionen Arbeitslose zu beklagen; unvorstellbar in welch kurzer Zeit dies alles erfolgte. Bleibt nur zu hoffen, dass es sich andersherum ähnlich schnell wieder zum Positiven wendet. 

Nach dem Bauhauptverband trug 2018 das Baugewerbe „5,3 % zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Der Anteil des Bruttoinlandsproduktes, der für Bauinvestitionen verwendet wurde, war mit 10,3 % nahezu doppelt so hoch. Der Anteil des Baugewerbes an der gesamten Beschäftigung lag bei 5,6 %.“

Auf den heute noch laufendenden Baustellen ist zu beobachten, dass die Fertigstellungszeiten nicht mehr eingehalten werden können. Es fehlt durch die Schließung der Grenzen massiv an ausländischen Fachkräften. Auch die Zulieferung an Material ist nicht mehr gewiss. 

Schauen wir auf die Notare dann hören wir, dass kaum noch Termine gebucht werden. Wie war es da noch vor Kurzem. Gut wer rechtzeitig einen Termin geblockt hatte. Auch Google verzeichnet einen Rückgang bei der Suche nach Immobilienangeboten. 

Die adhoc Maßnahmen der Bundesregierung sind zwar zu befürworten, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Raten für Wohnungskredite nicht auf Dauer gestundet werden können. Es sind eng miteinander verflochtene Kettenglieder. Sobald ein Glied der Kette ausfällt, zieht es alle anderen Glieder der Kette in Mitleidenschaft. Fallen Mieten aus, dann ist in der Regel der Eigentümer in sehr kurzer Zeit durch den Kreditgeber dazu aufgerufen seine Eigenkapitalquote den neuen Risiken anzupassen. Zeitnah kommt es zu einer neuen Risikobewertung mit höheren Zinsen und einer gleichzeitig zu erhöhenden Eigenkapitalquote. 

In der Krise ist die Folge, dass die Eigentümer bestrebt sind schnell Kostenreduzierungen durchzuführen. Instandsetzungen fallen dann oft weg. Eine Reduzierung der Mieten oder einem gänzlichen Ausfall dieser bedeutet, dass sowohl Gewerbesteuer und in der Regel der Großteil der Nebenkosten weitgehend erhalten bleiben. 

So sortiert sich der Markt im Laufe der Zeit erst einmal neu. Wir wollen hoffen, dass uns die Pleitewelle, wie wir sie noch aus den Jahren 2008/2009 in Erinnerung haben, nicht wieder in der gleichen Höhe erreicht und die vielen pessimistischen Aussagen einer historisch heute noch viel größeren neuen Pleitewelle sich nicht bewahrheitet.

Doch viel schlimmer trifft es wahrscheinlich den Einzelhandel, ausgenommen der Lebensmittelbereich. Der Leerstand dürfte hier in den nächsten Monaten für uns alle deutlich sichtbar werden. 

Steigen die Risiken für die Finanzierung, so ist zu erwarten, dass die Zinsen, die sich heute auf einem historischen Tiefstand befinden, langsam aber sicher, wieder steigen werden. Höhere Zinsen führen jedoch zu einer Entwertung der Immobilie. Immobilien Besitzer dürfen deshalb mit Recht besorgt sein. Werden Finanzierungen in den nächsten Jahren teurer, dann werden aller Wahrscheinlichkeit auch die Immobilienpreise sinken. Parallel dazu wird die Staatsverschuldung ein unvorstellbar hohes Maß erreichen. Je mehr Verschuldungsquote der Staat in den nächsten Monaten erreicht, umso mehr wächst das Risiko einer parallel dazu einhergehenden Geldentwertung. 

Diejenigen, die noch über genügend Kapital verfügen, werden in einer solchen Krise davon profitieren. Ihre Chancen steigen dann zu einem günstigen Zeitpunkt einkaufen zu können, somit steckt Corona eben auch Immobilien an. 

Wir dürfen aber auch nicht übersehen, dass die Immobilienpreise in den letzten Jahren einen astronomischen Wertzuwachs zu verzeichnen hatten. Auch ohne Corona war der Pick aller Wahrscheinlichkeit bereits erreicht, wenn nicht sogar überschritten. 

Der Absturz an der Börse war für die Wohnungsaktiengesellschaften eigentlich noch relativ moderat. Die Deutsche Wohnen haben an der Börse zwischen 10-15 % verloren. Dagegen hat Roundtown mit seinem vorwiegenden Hotel- und Büroportfolio seinen Börsenwert nahezu halbiert. Auch in China können wir einen starken Rückgang der Verkäufe feststellen. In China hatte sich der Immobilienmarkt in den großen Megastädten in den letzten Jahren deutlich überhitzt.

Derzeit sind Immobilienfinanzierungen in Deutschland um ungefähr ein Fünftel gesunken. Neue Projekte haben sogar um die Hälfte abgenommen. Corona trifft alle Assetklassen, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität, aber eben weltweit. So gibt es keinen Ausweichmarkt sowie damals in der Bankenkrise. Hier ist der gesamte Weltmarkt von einem Shutdown betroffen.

Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die unterschiedlichen Gesellschaftsformen, von liberalen Gesellschaften zum Teil mit Föderalismushintergrund wie in Deutschland, gegen staatlich gelenkte Gesellschaftsordnungen in dieser Krise behaupten werden. So ist es auch eine Systembewährung dieser Gesellschaftsordnungen. 

Sicherlich dürfte in einer freien Gesellschaft, ganz besonders die Vielzahl der Kreativitätspotentiale hilfreich sein. Auch wird es von Bedeutung sein zu sehen, wie sich in einer solchen Krise Solidarität und Stabilität in diesen unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen behaupten wird. Es wird auch darauf ankommen den Willen des Einzelnen zu fördernden, um etwas wieder zum Besseren durch sein unmittelbares Zutun zu verändern. Also die Kraft des Einzelnen wird sehr viel mehr zum Vorschein treten, da der Einzelne unmittelbar davon profitieren kann, letztlich um etwas Neues anzufangen und die Dinge wieder voranzubringen.

Doch zunächst werden wir mit einer bevorstehenden Insolvenzwelle und massiven Kreditausfällen rechnen müssen. Kommt es zu einer globalen Insolvenz, dann gelten die alten bekannten Regeln für Einpersonenhaushalte mit einem Ausfallrisiko von 100.000 € und bei Ehepaaren bis zu 200.000 €. Dabei werden jedoch auch die Bankschließfächer in die Betrachtung mit einbezogen. Kommt es zu einer Insolvenz der Bank, wird schon Im Vorwege, im Fall eines sogenannten Moratoriums, also die Vorstufe einer Insolvenz, die Schließung der Bankschließfächer angeordnet. Somit sind Bankschließfächer in einem solchen Fall keineswegs sicher. 

Es darf nicht übersehen werden, dass die Kreditvergabe, trotz staatlicher Hilfe, auch in diesem Corona-Zeiten einzig und allein der kreditgebenden Bank obliegt. 

Es ist wieder die Zeit der steigenden Kluft zwischen Arm und Reich. Nicht wenige Experten meinen, dass diese Corona-Krise weit über 5 % des BIP kosten wird und damit sehr viel umfangreicher ist als die Bankenkrise 2008/2009. Wie erwähnt, haben wir vielleicht parallel zur Bewältigung der Krise eine ganz andere Dimension, nämlich einen Systemwettbewerb zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen. 

Die Chinesen haben in einer ganz bestimmten Art und Weise auf diese Krise reagiert. Bei uns läuft dieses alles sehr viel differenzierter und man könnte dieses auch so formulieren, ein heterogenes koordiniertes positives sich verbesserndes Zusammenarbeiten. In diktatorischen Systemen sind die Entscheidungsabläufe dagegen sehr viel kürzer. Es gibt auch keine ausgeprägte kritische öffentliche Meinung. Insofern mögen die Durchgriffsmöglichkeiten in einem solchen System natürlich zunächst sehr viel größer sein. In unserem Gesellschaftssystem ist die Eigenverantwortung des Menschen dagegen sehr viel mehr gefordert und sie spielt eine sehr viel größere Rolle. Vorausgesetzt die Menschen sind auch bereit diese Verantwortung zu übernehmen. Doch bereits in den zurückliegenden wenigen Wochen hat man dieses erkennen können.

Wunderbare Kreativität

Welch wunderbare Kreativität wird heute von New York bis Berlin über Italien bis Frankreich und in den vielen, vielen weiteren Stätten der Welt freigesetzt. Es ist großartig in unseren liberalen Gesellschaften den starken Willen zu sehen selbst das Zepter in die Hand zu nehmen. Zu wissen, was Nottut. Zu wissen, wo unmittelbare Hilfe gebraucht wird. Nicht ausschließlich auf eine Administration zu warten, sondern selbst anzupacken. Auch ohne Regeln und fremde Anweisungen Solidarität zu geben. Unsere Vielfalt des Handelns ist unser besonderes Pré. Es gibt Zuversicht und darf uns mit Stolz erfüllen. Wenn wir diese Krise als eine weltweite Herausforderung wahrnehmen, wird Solidarität über imaginiere Grenzen hinweg wachsen. Nicht der „Eine“ sollte alles zentral Regeln wollen. Unsere Freiheit in der Gemeinschaft und die Verantwortung zum Erhalt Dieser, bleibt Richtschnur für den Erfolg.

Wo digitale Technik helfen könnte, – aber nicht ohne Folgen

Wer heute in Corona-Zeiten noch einen Bildschirm für seinen Laptop kaufen will, um einen Home-Office Arbeitsplatz einzurichten, kann glücklich sein, wenn er noch einen passenden findet. Nicht nur Lebensmittel sind rar geworden.

Denn digitale Kommunikation ist der einzige Weg der verordneten Isolation zu entrinnen. Jetzt rächt sich unsere sträfliche digitale Vernachlässigung und dies nicht nur im ländlichen Raum. Dabei geht es nicht nur um sehr schnelle Netze. Für viele wäre schon eine 4G-Netzabdeckung ein langersehnter Wunsch. Dieser Virus zeigt den Spagat zwischen einer zentral gesteuerten digitalen Überwachung und unserem liberalen Verständnis für ein Zusammenleben auf.

Ist erst einmal Quarantäne verordnet und Face to Face Kommunikation nicht mehr möglich, dann könnten heute bereits sehr viele Servicefunktionen durch Ki, Satelliten, Sensoren und Robotik aushelfen. Hier nur einige Anwendungsfelder. Sie zeigen wohin die Entwicklung geht. Dabei wird jedoch die private Anonymität weiter schwinden:

  1. Die Smartphone Ortung bietet ungeahnte Möglichkeiten. Es lassen sich damit Bewegungsströme aufzeichnen. Somit sind Kulminationsorte und Ausbreitungsverläufe der Infizierungen nachvollziehbar (so geschehen mit einer Corona App in China).
  2. Facescreening unterstützt diesen Prozess, so wie es flächendeckend in chinesischen Mega-Cities oder in Moskau (z.B. an Flughäfen oder öffentlichen Einrichtungen) eingesetzt wird. Werden diese Daten mit persönlichen Daten (Ticketing etc.) gekoppelt, lassen sich ungeahnte (in diesem Fall Corona bezogene) Erkenntnisse (Bewegungsströme) gewinnen. Dies gilt wie immer positiv wie negativ.
  3. Sensorgesteuerte Körpertemperaturmessung zur Früherkennung an Kontenpunkten (U-Bahneingängen) in der City.
  4. Auslieferung von Medikamenten durch Drohnen.
  5. Roboter, insbesondere bei Erkrankten bieten Pflegemöglichkeiten, aber auch im Reinigungsservice für das versprühen von Desinfektionsmitteln sind sie einsetzbar.
  6. Unglaublich aber bereits erfolgreich angewendet, lässt sich durch die Auswertung von Nachrichten und Verkehrsdaten die Entstehung eines Virusursprungs auf der Welt herausfiltern. Auch in Wuhan konnte die Entstehung durch das Unternehmen „Blue Dot“ frühzeitig erkannt werden. Wie immer müssen aber daraus Handlungen abgeleitet werden.

Bei der Bekämpfung des Virus wird sich das Dilemma zwischen hilfreicher digitaler Technik und lückenloser personenbezogener Datensammlung verschärfen.

Es ist schön zu sehen wie sich die Jüngeren um die Älteren sorgen.

Solidarität und Mitgefühl ist vielerorts zu spüren. Es wird das stärkste Schwert im Kampf gegen den Virus sein. Unser Zusammenhalt in der Gesellschaft erlangt eine neue essentiale Bedeutung. Hilfe füreinander ist mehr denn je das Gebot in stürmischen Zeiten.

COVID-19 und die Hoffnung auf ein Umdenken

Wie hieß es doch noch vor kurzem: „Wir sind gut aufgestellt“. Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Und doch geht der Markt für bestimmte Medikamente in die Knie. Die Befürchtungen reichen von Hamsterkäufen bis hin zu absoluter Gelassenheit, sogar Zynismus über die Schwarzmaler.

Die Börse schlägt aus und die Kurse purzeln, um wieder wie aus dem Nichts heraus anzusteigen, um dann wieder zu fallen. Mittlerweile ist der DAX innerhalb von 20 Tagen um 30% gesunken. Die Fed legt eine extreme Zinssenkung von 0.5 Punkten vor, die normalerweise eine drastische Kurskorrektur bewirken würde. Es sind die stärksten Kursverluste seit 10 Jahren. Um am nächsten Tag bereits nach dem Crash wieder im Schnitt um 10% zuzulegen. 

Auch die Öl- und Energielieferanten trifft es jetzt hart, es kommt schon einem Ölkollaps gleich. Und damit sind auch diejenigen Staaten davon betroffen, die hinsichtlich ihres Globalisierungsgrades eher verschont waren.

Fast jede Großveranstaltung von ITB, MIPIM bis zur Buchmesse abgesagt. Versammlungen mit über 1000 Personen sind mehr nicht erwünscht. Kaufhäuser wirken schon ein wenig verlassen, während die Supermärkte einen nie dagewesenen Ansturm von kaufwilligen Kunden zu bewältigen haben und man glaubt es kaum, die Regale leeren sich. 

Virologen versuchen zu deuten, zu erklären, zu prognostizieren. Gut wäre, wenn sich der Virus nicht so rasch ausbreitet. Sonst fehlen Betten und Kapazitäten. Wohl gemerkt im Kontext: Wir sind gut aufgestellt. Mittlerweile hat sich allerdings auch in der Bundespolitik die Beruhigungsrhetorik verändert. Es wird deutlich, dass sich in Deutschland 60-70 Prozent der Bevölkerung nach den Berechnungen der Virologen anstecken werden. Und von einer prognostizierten Mortalität um 270.000 Menschen zu rechnen wäre. Wichtig bleibt, dass die Ausbreitung sich zeitlich strecken lässt. Denn es gibt gerade mal sieben Spezialkrankenhäuser in Deutschland, die Personal und Equipment für eine Virusbekämpfung vorhalten. So sollten Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern gemieden werden, denn die Wahrscheinlichkeit sich hier anzustecken ist nachweisbar höher. Erfreulich liegen die ersten Genesungszahlen der infizierten aus China vor. Danach wird gemeldet, dass 70 Prozent der erkrankten den COCID-19 überstanden haben und heute wieder gesund sind.

Absperrungen wie in Italien scheinen kaum sinnvoll zu sein. Selbst in Wuhan haben von den 11 Mio. Einwohnern der Region, um die Hälfte die Stadt vor und während der Absperrung verlassen. So wurde der Virus nicht zuletzt durch die Flucht aus den abgesperrten Gebieten im Norden Italiens in entlegene Orte in den Süden getragen. Heute stehen 60 Mio. Einwohner unter Beobachtung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit.

Auch das normale Krankenhauspersonal, so zeigen es die Pandemieerfahrungen, läuft eher davon. Insbesondere wenn es an ausreichendem Equipment fehlt. Es bleibt schwierig die richtige Balance zu finden.

Der amerikanische Kongress hat 8 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des Virus bewilligt. Die Stimmen mehren sich, dass wenn die Börsenkurse weiter fallen werden die Chancen des amtierenden US- Präsidenten die Wahl zu gewinnen, möglicherweise drastisch sinken. 

Uns wird sehr deutlich wie umfassend wir in einer vernetzten Welt leben. Und vor allem, wie unaufhaltbar rasch sich dieser Virus einmal um den Globus verbreitet. 

Bevölkerungsverdichtung in den großen Megastädten wird vom einstigen Vorteil zum Nachteil. Denn Bevölkerungsdichte ist die ideale Grundlage zur schnellen Virusverbreitung. Im U-Bahnhof wird das Band der Rolltreppe von hunderten von potentiellen Virusträgern am Tag berührt und fungiert somit als unfreiwilliger Virusverteiler.

Kommt es so wie manche befürchten, zur Halbierung unseres Wirtschaftswachstums, dann hat dies einschneidende Konsequenzen, nicht nur in ökonomischer Hinsicht. Lieferketten wurden bereits unterbrochen, die Autoindustrie wird zusätzlich weiter unter Druck geraten. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit insbesondere von asiatischen, wie indischen Lieferanten zu einem breiten Umdenken führen. 

Wäre die Folge weniger Globalismus?

Die Konsequenz wäre sicherlich das sich der Lebensstandard verändert. Aber was bedeutet das?

Nicht mehr ein Dutzend T-Shirts, nicht mehr ein Leben im Warenüberfluss, den eigentlich niemand so recht braucht. Und was würden wir dafür auf der anderen Seite erhalten? Zwei Satellitenfotos sprechen für sich. Wuhan aus dem All aufgenommen vor dem Corona Desaster mit einer dichten Smogdecke und Wuhan danach ohne Smog.

Also könnte diese weltweite Krise zu einem Umdenken führen und die Hoffnung von Greta Tunberg erfüllen. Wäre diese Coronaviruskrise vielleicht sogar die erhoffte Wende zum Umdenken unserer extensiven Lebensweise zu Lasten unserer Umwelt.

Die Société Générale Bank wird im Sommer wieder eine interessante Veranstaltung in Frankfurt mit hochkarätigen Referenten, wer weiß, vielleicht dann nur noch über Live Video, durchführen.

Petra Mennong, von der Société Générale, Head oft Wealth Management Deutschland, steht schon heute im permanenten Dialog ihren Anlegern. So ist es in dieser Zeit unabdingbar, präzise News über die Entwicklung zu erhalten und vor allem Ungeschminkte. In diesen Zeiten sind rasches, professionelles, aber auch unaufgeregtes Handeln notwendig. Hier ist ein vertrauensvoller Dialog mehr als hilfreich.

Wenn wir es positiv sehen, dann könnte sich durch das Virus ein Umdenken verfestigen. Nicht jede Form einer globalisierter Warenproduktion, die insbesondere durch die unterschiedlich hohen Lohnkosten auf den Weltmärkten getrieben wird, sollte weiter das Ziel sein. Denn der ungezügelte Ressourcenabbau, wie auch die damit verbundenen Umweltbelastungen müssen aufhören. Weniger Globalismus würde die Co2 Belastungen eindämmen, die Werthaltigkeit der Produkte wieder steigern und den absurden, zum Teil nicht notwendigen auf unseren Globus oft drastisch verschwenderischen Konsum und Verbrauch an unnützen Waren und fossiler Energie, wieder reduzieren. 

Für unser Haus stellt sich die Frage, wie werden die Real Estate Investments darauf reagieren. Die Börse reagiert natürlich sehr viel volatiler. Sicher dürfte sein, wenn es zu einem weiteren Abschwung der Wirtschaft kommt, dann wird es zwangsläufig zu Korrekturen und Marktanpassungen kommen. Schon heute sind besondere Branchen äußerst heftig betroffen. Dazu gehört die Reisebranche, die Transportbranche und in den Innenstädten noch mehr als sonst sich entleerende Kaufhäuser. Auf der anderen Seite sollte durch die Trägheit des Immobilienmarktes die Hoffnung mit einem blauen Auge davonzukommen wachsen.

Wir werden voraussichtlich im Herbst dazu wieder einen Diskussionsabend in Berlin veranstalten und dann hoffentlich viel klarer sehen wohin die Reise gehen wird.

Create your future, – wohl war, die Zukunft begleiten wir zum großen Teil selbst.

Brexit, Pandemie, Rohstoffmangel, kriegerische Konflikte. Da ist es schon sehr hilfreich und wertvoll sich mit einem professionellen forecaste über unsere internationalen Märkte auseinanderzusetzen. Der detaillierte Marktüberblick sowie Szenarien der Société Générale waren beim Frankfurter Symposium ein hervorragender Support für das Corporate und Investment in 2020. Einen großen Dank an Guido Zoeller und seinem Team. Im Zusammenspiel mit den ESG-Kriterien (im Juni 2020) rundet sich das Bild hervorragend ab und erlaubt einen optimalen Blick auf zukünftige Entscheidungen. Die Unwegsamkeit aus dem Brexit wird heute nicht mehr mit 45%, sondern mit einem 10% Risikofaktor bewertet. Der Ausblick scheint aus heutiger Sicht wieder eher stabil zu sein. Das Wirtschaftswachstum hat sich jedoch abgeschwächt und abgekühlt. Die US-Wirtschaft könnte unter einer leichten Rezession (30%) leiden. Die Beschäftigungslage hat sich abgekühlt geht weltweit zurück. Ebenso die Produktion in den USA. Der private Konsum ist bisher der Motor für den Arbeitsmarkt, dürfte sich aber abschwächen. Der Immobilienmarkt hat sich abgekühlt. Die niedrigen Zinsen haben in der Vergangenheit geholfen.