GEDANKEN ZU DEM HIER UND DEM MORGEN – ein Zwischenbericht.

Wenn Neues entsteht, sind es eigentlich unglaublich spannende Zeiten. Manchmal sogar unweigerlich entstehen müssen, weil sich ein Paradigmenwechsel anbahnt. Alle Anzeichen zeigen uns, dass dieses heute wieder geschieht. Die Zeit ist dazu mehr als reif. Wir beobachten heute viele zeitgleich entstehende Veränderungen, die kumulieren. Unsere Herausforderungen werden damit noch größer. 

Dazu gehört Climate Change, Corona-Pandemie, Renaissance eines weltweiten imperialistischen Dogmatismus, gepaart mit Re-Nationalisierungsbestrebungen. Mit der Folge neuer De-Globalisierungsstrategien, nicht zuletzt aufgrund des Versuchs, Machtverschiebungen im bestehenden Staatenkontext kriegerisch herbeizuführen. 

Als Konsequenz, versucht unsere vernetzte Weltwirtschaft heute mit enormen finanziellen Aufwendungen ihre Schlüsselproduktionen weltweit neu nach nationalen Sicherheitsaspekten zu ordnen. Die Standorte für die Chipproduktion werden komplett neu ausgerichtet. Somit werden nicht nur die Karten staatlicher Machtverhältnisse neu geordnet, sondern damit kommt es unweigerlich in der Folge zunächst auch zu einem Verlust an Luxus und Wertschöpfung in den wohlhabenden Gesellschaften. 

Diese Zeit des Übergangs ist durch Unruhe und einem Verlust an Sicherheit geprägt. Generell kommt es zu einer breiten Verschiebung und Neuordnung auf vielen Feldern, dies gilt im Großen wie im Kleinen. 

Es gibt drei Triebkräfte, die den Wechsel vorantreiben: 

1.    Erstens, Climate Change. Dieser Prozess wird weitere gravierende weltweite Verwerfungen zur Folge haben. Vor allem beim Meeresanstieg mit seinen weitreichenden Auswirkungen in Asien und dem zunehmenden Wassermangel in vielen Regionen auf der Erde. 

2.    Zweitens, ein sich neu entwickelnder Kampf um fossile Energie; in jeder Form. Angefangen vom Öl und Gas bis hin zu den seltenen Erden.

3.    Und Drittens, einer Neuordnung der Machtverhältnisse zwischen den neu aufstrebenden Volkswirtschaften, die erkannt haben, dass die Abhängigkeit von weltweit nachgefragten Produkten, angefangen von Billigwaren bis hin zu High Tech-Produkten ihnen, einen enormen Vorteil in vielerlei Hinsicht mittlerweile verschafft hat. Allem voran China, die zur größten Wirtschaftsmacht der Welt aufstreben. Und dies gilt, solange diese Staaten in der Lage sind ihre Arbeitnehmer mit Billiglöhnen und geringer Sozialabsicherung zu beschäftigen. Erst wenn sich das BIP weltweit angleicht, verschwindet dieser Vorteil wieder.

Für die wirtschaftlich führenden Länder mag dieser Paradigmenwechsel die größte Herausforderung bedeuten und deshalb zu prognostizieren: „LUXURY IS OVER“, ist nicht abwegig.

Doch wie gesagt schwere Zeiten sind Zeiten, in denen vieles neu justiert wird. Neue Innovationen greifen und andere neue Verfahrenstechniken bei diesem Wechsel dazu führen, erneut dann wieder mehr an Effektivität und Wohlstand zu erzeugen. Wahr ist aber auch, dass diese Phase des Wechsels vorerst schmerzhaft sein wird. 

Die Frage ist nun, wie bewerkstelligen wir, dort wo wir wirken, diesen Wandel?

Was können wir tun, oder anders gefragt, können wir überhaupt etwas tun, wenn bei so vielen Krisenherden die Flammen lichterloh brennen?

Würde es reichen sie zu löschen, wie wir es seit vielen Jahren immer erneut tun und uns somit, nur weiter von Krise zu Krise hangeln?

 Unser Wandel ist allgegenwärtig

Wir müssen leider konstatieren, dass sich vielfach unsere Wortwahl und Sensibilität in den letzten Wochen grundlegend geändert hat und zunehmend mit militärischen Vokabeln versetzt ist. Wir erleben einen Wettstreit der Narrative, um die breite Masse auf etwas unangenehmes, drohendes vorzubereiten. Wir wollen die Menschen, wenn es so weit ist für die Verteidigung des Landes gewinnen. Sie sollen bereitwillig einstehen, auch wenn wir damit Werte und Normen schleifen. Das klingt unschön und ließe sich sicherlich anders formulieren, aber es ist ein nicht unrealistischer Blickwinkel der aktuellen Betrachtung. 

Gleichzeitig wird der gesellschaftliche Konsens massiv gefordert. Die Angst einer Aufspaltung ist sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite der gesellschaftspolitischen Antipoden, zu erspüren. 

Zerfällt die Einheit, das gemeinsame Ziel, -wie lange wird es Solidarität geben? 

Bei Betrachtung dieses Dilemma wird deutlich, wie eingeengt und unbedeutend diese Verwerfungen sind, denn sie sind schlichtweg nur den unterschiedlichen Zielvorstellungen und zum Teil persönlichen Egoismen, wie den klassischen persönlichen Machtstreben einzelner Akteure, geschuldet. Kosten aber unzählige Menschenleben.

Sie sind einfach selbstzerstörerische Krisen, und auf Grund unserer heutigen dazugehörigen militärischen Instrumente, absolut in der Lage in wenigen Minuten die Vernichtung der Menschheit auszulösen. Obwohl völlig absurd und irrelevant saugen sie unsere Energie ab, um eigentlich die wahren Herausforderungen unserer Erde anzugehen.

Was bedeutet eigentlich für uns diese Zeitenwende? Wir müssen definieren welche Veränderungen davon betroffen sind. Mit dem Überfall auf die Ukraine wird die Weltordnung, die seit 1945 festgeschrieben wurde, komplett neu geordnet. 

Russland als Atommacht und als Mitglied des Sicherheitsrats mit Veto Recht, hat mit dem Überfall auf die Ukraine einen eklatanten Regelverstoß begangen. Es gelten für sie damit nicht mehr die Ziele und Werte wie: Keinen Krieg, nicht das Recht des Stärkeren zählt, auch nicht mehr die Suche nach einem Ausgleich, der Wille Frieden zu bewahren, grundsätzlich keine Gewaltanwendungen, – all dies ist nun obsolet. 

Das Regelwerk wurde in Frage gestellt. Damit wurde das Gebäude, auf dem wir seit Jahrzehnten gelebt haben, nachdem wir uns orientierten, massiv beschädigt. Hierin zeigt sich diese Zeitenwende. Also wir müssen uns heute die Frage stellen, ob wir ein neues Regelwerk brauchen, und was können wir tun, um eine funktionierende Ordnung wieder herzustellen? 

Wer wird zukünftig unserer Partner sein? Wie können wir, insbesondere über die G7 Länder hinaus Länder wie Indien, oder Afrika und Südamerika dafür gewinnen gemeinsam ein neues Regelwerk zu schaffen, das diese einseitige völkerwidrige Veränderung verhindert und von einer solidarischen Staatengemeinschaft geächtet wird. 

Eine Duldung dieses Angriffskrieges darf nicht sein, denn sonst wird aus dieser Zeitenwende ein Verfall aller unser Werte und Normen die Folge sein. Wir dürfen nicht akzeptieren, wie dieser imperiale Gestus noch zelebriert wird. 

Somit brauchen wir eine neue Weltordnung, über die wir reden müssen. Sie muss werte- und regelorientiert sein. Darüber müssen wir diskutieren, denn China wird für uns in Europa noch eine ganz andere Dimension auslösen. Russland ist wirtschaftlich überschaubar, aber China ist ein weltweiter ökonomischer Player. Das bedeutet für uns in Europa, unser Verhältnis zu den Staaten der sogenannten Dritten Welt, neu zu überdenken. China hat dies bereits in den Drittweltstaaten mit Sicherung fossiler Ressourcen, der Vergabe von Krediten und der Unterstützung bei Infrastrukturprojekten getan. 

 Unsere demokratischen Strukturen sind so, wie die autokratischen unter Druck

Auch unser System ist marode, nicht nur das in Russland. Der End-Demokratisierung Prozess in den USA ist teilweise erschreckend, begleitet durch einem gleichzeitigen Rutsch nach rechts. Eine stabilisierende Nachfolge für Präsident Biden ist nicht zu erkennen. Die Demokratie ist brüchiger denn je geworden, Ihre Narrative sind nicht überall mehr erstrebenswert. Es ist fast ein diametrales Verhalten zwischen den Staaten im Osten und denen im Westen zu sehen, wobei die Staaten im Osten eher vehement nach Demokratie streben, während die anderen, sich davon eher abwenden. Vieles was noch vor kurzem unvorstellbar war, ist heute vorstellbar. 

Wir werden uns fragen müssen, wieweit wir bereit sind eigenes Risiko, nicht nur Fiskalisches, einzugehen. Damit bekommt dieser Krieg eine multilaterale Dimension und somit ist unsere Antwort auf den gewünschten Ausgang des Krieges damit sehr eng verknüpft.

 Man hätte nicht gedacht, dass der Kreml zur Verwirklichung seiner imperialen Träume den „totalen wirtschaftlichen, politischen, und vor allem moralischen Ruin seines Landes in Kauf nehmen würde. Der Wahn Europa zu destabilisieren ist schon mehr als sieben Jahre alt. Es fragt sich wer die Urheber dieser Strategie sind. Ist es nur eine Person, die wie es in der Geschichte so oft gewesen ist, diese eine Person, die in der Lage ist, unermessliches Unglück über die Völker zu bringen. 

Aus unser Geschichte kennen wir es nur zu gut, dass sich bisweilen alles auf eine Person verdichtet, dem scheinbar die Welt für einen Zeitraum ausgeliefert ist. Es sind Persönlichkeiten, die es verstehen Massen zu mobilisieren, zu faszinieren und nicht selten fast die Menschheit mit ihren Vorstellungen an den Abgrund zu führen. 

Oder ist es einem allgemeinen Umbruch geschuldet, weil sich das System von innen langsam auflöst. Ich neige eher zur letzten These, wobei eine Person personifiziert diesen Wandel repräsentiert.  

Autor: DR. BRÜGGEMANN GMBH

Die Brüggemann GmbH ist seit 1996 erfolgreich als Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft im gewerblichen Real-Estate- und im Corporate-Sektor tätig. Ihre Partner/innen verfügen über einen breiten Erfahrungsschatz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.