China nimmt Fahrt auf

Es sind Viele die kommen, die sich umschauen, sondieren, Gespräche führen und hier und dort beachtliche Projekte bis hin zu Megaprojekten anstoßen.

Das Interesse aus der Chinesischen Republik am deutschen Mittelstand ist groß. Science Business Parks sollen errichtet werden. Möglichst in Kooperation mit Universitäten und mittelständischer Wirtschaft. Das Erfolgsmodell „Duale Ausbildung“ darf bitteschön gern dabei sein.

Man möchte Screening betreiben und ist etwas irritiert, wenn die Gegenliebe bei der deutschen und europäischen Politik verhalten bleibt.

Aber die Kräfteverhältnisse beginnen sich zu ändern. Was einst die Perspektive nach Übersee Richtung Westen hieß, ist heute schon mehr Fernost geworden.

Und fernab in den Staaten setzt sich langsam die Erkenntnis des „Alone“ statt „First“ durch. Teils verdeckte, aus dem asiatischen Machtzentrum Chinas gesteuerte Investments, arbeiten akribisch ihren Plan „One Road, One Belt“ Plan bis 2025 ab. 

In einer der letzten Bertelsmann Studien wurden 175 Firmen mit chinesischer Beteiligung in Deutschland beleuchtet. Interessant ist hierbei, dass davon 22% der Unternehmen aus den gesuchten Schlüsselbranchen stammen. Sie sind eine chinesische Beteiligung unter staatlicher Führung eingegangen. Ein Einkauf chinesischer Firmen in Deutschland im Vergleich zu China, ist hierzulande weitgehend unproblematisch und wahrlich nicht reziprok. Bis 2017 haben allerdings eher die deutschen Unternehmen in China investiert. Dies hat sich mittlerweile seit 2017 umgedreht.

Auf dem Immobiliensektor kommt ein Großteil chinesischer Firmen aus Hongkong. Dies hängt zum Teil mit der noch größeren Freizügigkeit in Hongkong zusammen.

Privatpersonen aus China bevorzugen in Deutschland Neubauwohnungen. Es können gerne auch mehr als zwei Wohnung sein. Die Wachstumskäufe von chinesischem Privatinvestment in Deutschland haben sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Im Fokus befinden sich die Standorte Frankfurt a.M. und Berlin. Dies, obwohl sich der Immobilienmarkt in China wieder zu erholen beginnt.

Unsere bis dato beständige politische Stabilität des deutschen Marktes wird sehr geschätzt, wohl auch die politische Freiheit des Marktes. Auch wenn die Renditen in Deutschland gering sind, so sind die absoluten Immobilienpreise aus chinesischer Sicht noch sehr niedrig.

Nahezu 14 Mrd. haben chinesische Investments 2017 betragen. Dabei sind Übernahmen und Beteiligungen von beispielsweise der HNA Group (bis 2018), wie an der Deutschen Bank nicht immer erfolgreich. Auch die Aktie von Kuka, dem Robotik Hersteller, ist kaum spektakulär verlaufen. Manche Beteilungen gehen recht ruhig vonstatten und verursachen keine große Aufmerksamkeit, wie die des Küchenmöbelherstellers Siematic.

Wir werden sehen, wie sich im Rahmen der chinesischen Expansionsstrategie das Engagement bei mittelständischen Industrieunternehmen mit der geplanten Gründung neuer Science und Businessparks entwickeln wird.

Wegschauen aus hiesiger Sicht, wird dabei nicht die richtige Einstellung sein. Es heißt aufmerksam und selbstbewusst Kooperationen zu entwickeln, und wenn es nicht passen will, auch ein klares Nein zu formieren.

Wir werden aufmerksam beobachten, wie sich Städte und Gemeinden verhalten werden. Wie werden sie ihre Interessen vertreten, wie schnell können sie reagieren, wie schwerfällig ist ein demokratisch geführter Apparat? Wer wird dann auf wen warten?

Doch die Impulse sind groß und wer dabei ist, hat auch eine reelle Chance etwas zu bewegen. All dies sind für uns Fragen auf der kommenden Expo Real 2018 diesen nachzugehen.

 

Autor: DR. BRÜGGEMANN GMBH

Die Brüggemann GmbH ist seit 1996 erfolgreich als Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft im gewerblichen Real-Estate- und im Corporate-Sektor tätig. Ihre Partner/innen verfügen über einen breiten Erfahrungsschatz.

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